Season’s Finale

Die Zeit kommt, da alles zu einem Ende findet. Besonders schwerlich für Fernsehjunkies ist da immer der Anfang des Sommers. Während andere das Wetter geniessen oder sich im Schwimmbad herumtreiben, sitzen die TV-Glotzer vor einem leeren Gerät - denn die Zeit der Season-Finales, der Staffelenden, ist angebrochen.

Traurig vor allem, wenn das Ende der Staffel auch gleich das Ende der Serie bedeutet. So im Falle von Star Trek: Enterprise - bestimmt nicht der beste Ableger von Roddenberrys Vision, aber auch nicht der schlechteste. Vor allem die vierte Staffel hatte an Originalität zugelegt, hat das Potential der Prä-TOS-Ära genutzt. Doch Archer und seine Mannschaft hatten die Berman-regierte schlechte dritte Staffel leider nicht überlebt, Manny Coto als neuer Producer in der vierten Season konnte die Serie nicht aus dem Quoten-Tief retten.

Ein anderes Beispiel: Joey. Der Friends-Sprössling mit dem Macho-Schauspieler wurde für eine zweite Season verlängert - und zu recht, setzt er doch den Humor der Originalserie fort. Da ist für jeden ein Character dabei, mit dem er sich identifizieren kann, und für oder über den immer ein Lacher da ist. Für uns Nerds ist das wohl Michael, der hochintelligente Neffe von Joey. Und seien wir mal ehrlich: Gina ist wohl immer wieder ein Genuss ;-)

Auch Numb3rs, die Mathematikerserie mit Peter McNicol, dem Gummibärchen aus Ally McBeal, findet guten Anklang, eine zweite Season ist im Gespräch. Kein Wunder, bringt die Serie doch einmal eine andere Perspektive in das alte “Finde-den-Täter-mit-Hinweisen” -Konzept.

Noch unklar ist das Fortleben von Eyes - in meinen Augen eine der besten neuen Serien in der TV-Landschaft. Judd Risk Management übernimmt dort schwierige Fälle, von denen die Polizei am besten nichts mitbekommen soll. Entweder weil die Öffentlichkeit von der Detektivarbeit nichts erfahren soll oder die Methoden nicht ganz sauber sind. Lustige High-Tech-Gadgets erleichtern dabei den Ermittlern die Arbeit - und interne Beziehungen und Querelen bieten einen Handlungsbogen, der sich durch die Serie zieht. Produziert sind 13 Folgen - gesendet wurden gerade einmal 5 davon, die sechste immer wieder verschoben. Hoffentlich nimmt sich ABC ein Herz und sendet weiter - ab Juni könnte es wieder losgehen.

Gleich in der ersten Staffel abgesetzt wurde auch Center of the Universe, das neueste Projekt von John Goodman. Gut, es hatte schwere Ähnlichkeit mit Roseanne - Goodman war wieder einmal ein Familienvater. Aber ähneln sich da nicht alle Sitcoms irgendwie? Die Lacher waren auf jeden Fall gut, und auch die Schauspieler leisteten gute Arbeit - schade, dass diese sich nicht in den Zahlen widerspiegelte.

Aber neue Serien stehen schon in den Startlöchern. Gespannt bin ich vor allem auf Quantico, einer neuen Serie mit Mandy Patinkin, den ich seit seinem Character Dr. Geiger in Chicago Hope genial finde. In Dead Like Me hat er diesen Eindruck noch verstärkt - und mit dem Thema eines FBI-Thrillers kann die Serie eigentlich nur gut werden.

Und sicherlich startet auch bald ein neues Star Trek - schätzungsweise 450 Stunden Wiederholungen der alten Serien können die Lücke bis dahin füllen. Denn eins ist sicher: Eine TV-Landschaft ohne neue Star Trek Serie löst einen Quantendefekt aus - oder ein Riss im Raum-Zeit-Kontinuum entsteht - oder wir müssen einen Angriff der Borg hinnehmen - und wer will das schon?

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